Habitatspezifische Bekämpfungsmaßnahmen

Einzelpflanzen immer mit der Wurzel ausreißen!

Generell ist die nachhaltigste und ökologisch sinnvollste Maßnahme das Ausreißen per Hand; wenn möglich mit Handschuhen (Kontakt-Allergie, Phototoxis!), ab der Blütezeit zusätzlich mit Mundschutz (hohe Pollenbelastung!); Das Pflanzenmaterial vor der Blütezeit einfach kompostieren oder in den Biomüll; Pflanzenmaterial ab der Blütezeit nachhaltig vernichten (Verbrennen, professionelle Biomasse-Verwertungsanlagen)

(Foto: © Milakovic)             

(Foto: © Milakovic)   

Straßenbankette und -böschungen

  • vereinzelte Pflanzen: immer händisch entfernen
  • mittlere und große Bestände: Mähen/Mulchen/Schlägeln

Beste Methode

  • Mahd so spät wie möglich
  1. a. zur Vermeidung der Samenproduktion ab Mitte August zur Reduktion der Pollenbelastung ab Mitte/Ende Juli
  2. b. zur Reduktion der Pollenbelastung ab Mitte/Ende Juli
  • und folgende Mahd-Termine durchwegs spätestens 3 Wochen nach der 1. bzw. vorherigen Mahd.

Bei Einhaltung dieser Termine muss das Schnittgut nicht entsorgt werden.

Bei zu langen Schnitt-Intervallen:

  • Entsorgung des Schnittgutes wegen Nachreifung der jungen Früchte
  • Reinigung der Maschinen wegen Verschleppung von nachreifenden Früchten
  • Generell sollte so tief wie möglich geschnitten werde

Empfehlung: Sicherheitsschnitt nur in Sichtschneisen zu den Begrenzungspflöcken; die übrige Fläche spät (August) schneiden und Material entsorgen. Diese Technik wird beispielsweise aus Kostengründen in Großbritannien praktiziert.

P8060025 Donauinsel fl  P8080220 Strasse fl  Gruppenfoto Fuerst red

Donauinsel Wien (Foto: © Karrer)                      (Foto: © Lener)                                    (Foto: © Lener)

 

Ackerflächen

  • vereinzelte Pflanzen: immer händisch entfernen
  • Gründecken, Zwischenfrucht, "gepflegte" Brachen, Stoppelfelder: Bodenbearbeitung, Mähen und Mulchen nur, wenn bestimmte Zeiten eingehalten werden: 1. Mahd kurz vor der Blüte; danach alle 3 Wochen mähen! Ab Mitte August Mähgut verbringen und Ragweed-frei machen (professionelle Kompostier- und Biomasseanlagen, Verbrennen)
  • Reinigung der Maschinen nach Bearbeitung von Befallsflächen
  • Vollbrache (Verkrautung und Verwaldung): Ragweed wird sehr bald verdrängt, hinterlässt aber
  • eine Boden-Samenbank

Nicht-chemische Maßnahmen

  • Häufige Fruchtfolge zur Verhinderung der Neuetablierung und des Aufbaus einer Bodensamenbank
  • Mechanische Bodenbearbeitung (Precision Farming): reduziert das Aufkommen von Ragweed, kann jedoch nicht immer eingesetzt werden,

Herbizidapplikationen

  • Beachtung der Zulassungskriterien und wirklich konsequente Anwendung; Kulturarten-spezifisch; Kombinationen mit mechanischer Behandlung möglich

Kürbisfeld Oberpurkla (Foto: © Milakovic)

 

Wald, Forststraßen, Wildäcker

Forststraßenböschungen/ränder:

  • Mähen und Mulchen nur, wenn bestimmte Zeiten eingehalten werden: 1. Mahd kurz vor der Blüte; danach alle 3 Wochen mähen! Ab Mitte August Mähgut verbringen und Ragweed-frei machen (professionelle Kompostier- und Biomasseanlagen, Verbrennen)
  • Reinigung der Maschinen nach Bearbeitung von Befallsflächen
  • Zuwachsen lassen: Ragweed wird durch starke Beschattung sehr bald verdrängt, hinterlässt aber eine Boden-Samenbank

Wildäcker:

  • Verwendung von Ragweed-freiem Saatgut und Tierfutter! Kontrollgänge und vor der Blüte eingreifen!
  • Bei konkretem Befall gelten dieselben Regeln wie auf Äckern

Humusdeponien

  • regelmäßige Kontrollgänge von geschultem Personal; bei Befall (meist sind es ja nur Einzelpflanzen):
  • sofortiges Ausreißen per Hand wenn möglich mit Handschuhen (Kontakt-Allergie, Phototoxis!)
  • ab der Blütezeit zusätzlich mit Mundschutz (hohe Pollenbelastung)
  • Pflanzenmaterial vor der Blütezeit einfach kompostieren oder in den Biomüll Pflanzenmaterial ab der Blütezeit nachhaltig vernichten (Verbrennen, professionelle Biomasse-Verwertungsanlagen)

Truppenübungsplätze

  • regelmäßige Kontrollgänge von geschultem Personal; bei Befall (meist sind es ja nur Einzelpflanzen) sofortiges Ausreißen per Hand
  • Auf großen Befallsflächen: Mehrfacher Umbruch/Grubbern pro Jahr, zwecks Entleerung der Samenbank, oder Mahd - nach den Regeln wie bei der Straße beschrieben!

Kleingartenanlagen

  • Information der Nutzer sowie regelmäßige Kontrollgänge durch geschultes Personal; bes. Aufmerksamkeit auf Vogelfutterplätze und Humusdeponien! Bei Befall (meist sind es ja nur Einzelpflanzen): sofortiges Ausreißen per Hand wenn möglich mit Handschuhen (Kontakt-Allergie, Phototoxis!) ab der Blütezeit zusätzlich mit Mundschutz (hohe Pollenbelastung)
  • Pflanzenmaterial vor der Blütezeit einfach kompostieren oder in den Biomüll verbringen
  • Pflanzenmaterial ab der Blütezeit nachhaltig vernichten (Verbrennen, professionelle Biomasse-Verwertungsanlagen)

Gemeinden, Grünanlagen

  • regelmäßige Kontrollgänge von geschultem Personal; bei Befall (meist sind es ja nur Einzelpflanzen): sofortiges Ausreißen per Hand

Regulative Maßnahmen zur Verhinderung der Samen-Verschleppung oder der Pollenausbreitung:

  • Umsetzung der EU-Regulation über die Kontamination von gehandeltem Tierfutter:
  • Umsetzung der möglichen Maßnahmen nach den Pflanzenschutzgesetzen oder nach dem geltenden Ortspolizeigesetz zur Abwehr einer gesundheitlichen Bedrohung der Bevölkerung
  • Umbruch von extrem stark kontaminierten Feldern (notfalls Ersatzvornahme!)
 
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